Mitten im Alten Land bewirtschaftet Familie Hauschildt ihren Obsthof bereits in sechzehnter Generation – mit Herz, Verstand und moderner Technik. Im Interview spricht Meta Hauschildt über integrierten Pflanzenschutz, die Herausforderungen des Klimawandels und warum differenzierte Debatten für die Zukunft der Landwirtschaft so wichtig sind. Einblick in einen Hof, der Tradition und Innovation vereint.
Unser Obsthof liegt in Jork und wird mittlerweile in der sechzehnten Generation geführt. Wir bewirtschaften rund 25 Hektar, davon sind 20 Hektar Apfelanlagen, ergänzt durch Birnen, Kirschen und Pflaumen.
Der Hof ist für uns mehr als ein Arbeitsplatz – er ist ein Stück Familiengeschichte, das wir mit viel Verantwortung weiterführen. Dabei setzen wir ganz bewusst auf integrierten Anbau.
Beim integrierten Pflanzenschutz geht es darum, Pflanzenschutzmittel sehr gezielt einzusetzen. Wir kombinieren verschiedenste Methoden: mechanische Unkrautbekämpfung, den Einsatz von Nützlingen, das genaue Monitoring von Schädlingen und Krankheiten – und den präzisen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Das Ziel ist immer die Pflanzengesundheit zu sichern, ohne unnötige Belastungen für Umwelt oder Verbraucher zu schaffen.
Unser Obsthof liegt in Jork und wird mittlerweile in der sechzehnten Generation geführt. Wir bewirtschaften rund 25 Hektar, davon sind 20 Hektar Apfelanlagen, ergänzt durch Birnen, Kirschen und Pflaumen.
Der Hof ist für uns mehr als ein Arbeitsplatz – er ist ein Stück Familiengeschichte, das wir mit viel Verantwortung weiterführen. Dabei setzen wir ganz bewusst auf integrierten Anbau.
Ein spannendes Beispiel ist unser Einsatz von Prognosemodellen zur Schorfbestimmung. Schorf ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten im Apfelanbau. Wir arbeiten hier mit digitalen Systemen, die auf Wetterdaten und biologischen Modellen basieren, um das Infektionsrisiko präzise vorherzusagen.
So können wir unsere Pflanzenschutzmaßnahmen genau timen und reduzieren die Anzahl der Spritzungen deutlich. Das spart nicht nur Mittel und Kosten, sondern schützt auch die Umwelt.
Die Kritik verstehe ich, aber sie ist oft zu undifferenziert. Pflanzenschutzmittel sind ein essenzielles Werkzeug – nicht das einzige, aber ein wichtiges. Die pauschale Ablehnung führt dazu, dass auch wichtige Mittel verschwinden. Ein Beispiel bei der Bekämpfung von Apfelschorf:
Der Wirkstoff Captan ist seit 40 Jahren zugelassen, gesundheitlich, ökologisch und rückstandstechnisch unproblematisch. Nun ist er durch eine neue B1-Auflage der EU als bienengefährlich eingestuft worden. Nicht weil er für Honigbienen gefährlich ist – dafür liegen Studien vor – sondern weil Studien zu Wildbienen fehlen. Diese Studien brauchen Jahre. Solange sie nicht vorliegen, müssen wir davon ausgehen, dass Captan bienengefährlich ist. Das ist Vorsorgeprinzip, aber leider ohne Praxisbezug.
Wir dürfen Captan nicht mehr einsetzen, wenn irgendwo im Bestand etwas blüht. Wir haben aber in den letzten Jahren gezielt Blühstreifen angelegt, um bienenfreundlich zu arbeiten. Jetzt müssen wir alles Blühende wegmähen, um legal spritzen zu können.
Das ist absurd. So schaffen wir für den Bienenschutz das genaue Gegenteil von dem, was wir wollen. Wir brauchen hier mehr wissenschaftliche Differenzierung statt pauschaler politischer Entscheidungen.
Vielen Dank für das aufschlussreiche und interessante Interview, Meta Hauschildt.