Biostimulanzien auf dem Acker:
Was bringen sie wirklich?

Angesichts immer strengerer Regulierungen im Bereich Pflanzenschutz und Düngung stehen landwirtschaftliche Betriebe vor großen Herausforderungen. Alternative Produkte und Verfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung, um nachhaltiger zu arbeiten und gleichzeitig den Ertrag zu sichern. Ein prominentes Beispiel dafür sind Biostimulanzien, die natürliche biologische Prozesse nutzen und aus Stoffen wie etwa Mikroorganismen oder Algenextrakten gewonnen werden.

Vier Jahre Erfahrung mit Biostimulanzien:

Erfolge unter schwierigen Bedingungen

Die aktuellen Preissteigerungen bei Düngemitteln resultieren aus mehreren Faktoren. Zum einen haben die sehr hohen Gaspreise von aktuell rund 58 Euro pro Megawattstunde die Produktionskosten der europäischen Düngerhersteller erheblich erhöht. 60 bis 80 Prozent der Produktionskosten von Düngemitteln entfallen auf Erdgas. Zum anderen tragen der extrem schwache Euro und die relativ starke weltweite Nachfrage nach Harnstoff dazu bei, dass Düngerimporte teurer werden. Diese Kombination führt zu den derzeit explodierenden Düngerpreisen.

Unterschiedliche Wirkung je nach Boden

Steffen Hünnies, Technischer Leiter am Versuchsgut Merklingsen der FH Südwestfalen, bewirtschaftet dagegen eher gute Böden. Seit 2022 würden auf seinen Flächen Versuche durchgeführt, um die Wirkung von Biostimulanzien auf Kulturen wie Silomais, Winterweizen und Gerste zu prüfen. „In den meisten Fällen konnten keine signifikanten positiven Effekte auf Ertrag oder Pflanzenqualität nachgewiesen werden“, sagt Hünnies. Er vermutet jedoch, dass „Biostimulanzien unter stressigen Umweltbedingungen oder in Regionen mit suboptimalen Bodenbedingungen nützlicher sein können“.